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Politik&Finanzen > Soziales & Familie > Bildung und Engagement
  Dortmund, 19.11.2008
  Ohne Arbeit und Bildung wenig Engagement
  Die Prognos AG (Basel) und die AMB Generali-Versicherung (Aachen) haben zum ersten Mal in Deutschland einen Engagementatlas herausgebracht. Er zeigt, dass in Dortmund das bürgerschaftliche Engagement nur durchschnittlich und das Zukunftspotenzial bescheiden ist.

Je höher die Bildung, desto höher das ehrenamtliche Engagement, lautet das Fazit der Forscher. So gaben 45,5% der Befragten mit Hochschulabschluss, aber nur 27% derjenigen mit Hauptschulabschluss an, ehrenamtlich tätig zu sein. Von den Personen ohne Schulabschluss sind sogar nur 12% engagiert. Mit über 40% ist das ehrenamtliche Engagement in der Altersgruppe der 45- bis 55-Jährigen am größten, mit 26% bei den über 60-Jährigen am geringsten.

Dortmund landet mit einer durchschnittlichen Quote auf Platz 69 der 439 untersuchten Kommunen. Rund 31% der befragten Dortmunder Bürger engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden etc. Spitzenreiter ist die Region Osthessen mit 51% Ehrenamtlichen. Dass Dortmund nicht besser abschneidet, hat auch mit der geringen Abiturientenquote (2008: 29% aller Schulabsolventen) und der relativ hohen Quote von Schülern ohne Abschluss (4,3%) zu tun. Auch die immer noch hohe Arbeitslosigkeit in Dortmund (November 2008: 12,2%) geht mit geringem ehrenamtlichem Engagement einher. In den Kommunen mit den geringsten Arbeitslosenquoten ist das bürgerschaftliche Engagement am höchsten.

Angesichts der starken Alterung der Dortmunder Bevölkerung wird die Förderung des Ehrenamtes in den nächsten 10-20 Jahren immer wichtiger. Dafür zu werben sowie Förderung und Unterstützung anzubieten, gehört zu den Aufgaben aller politischen Kräfte in der Stadt.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Demokratie bedeutet Diskussion."

Tomás Garrigue Masaryk (1850-1937), tschech. Philosoph und Politiker