| Nun schon zum dritten Mal hat das Bürgerforum Phoenix das renommierte Meinungsforschungsinstitut FORSA beauftragt, mit Blick auf die Kommunalwahlen im Juni 2009 die Stimmung in der Dortmunder Bevölkerung repräsentativ zu ermitteln. Das Ergebnis ist für Politik und Politiker noch weniger schmeichelhaft als im März und im Juni: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung traut keiner der Parteien zu, dass sie die kritische Lage der Stadt zum Besseren wenden könnte. Noch tiefer gesunken ist das Vertrauen zu Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer: Im März und Juni waren noch 37% der Wahlberechtigten der Meinung, er solle abermals kandidieren, jetzt waren es nur noch 27%. Nach wie vor sind die Dortmunder am meisten über die hohe
Arbeitslosigkeit und die Armut in der Stadt besorgt. Beide Themen
spielen bei der Wahlentscheidung eine große Rolle (Arbeitslosigkeit
46%, Armut in der Stadt 37%), doch schon an dritter Stelle folgt die
Bargeldaffäre im Oberbürgermeisteramt (35%). Dagegen interessieren sich
die Dortmunder laut offenbar überhaupt nicht für die Prestige-Objekte des
Oberbürgermeisters: Nur jeweils 6% würden den Umbau des U-Turms und den
Phönix-See in ihre Überlegungen vor dem Urnengang im Juni nächsten
Jahres einbeziehen.
74% der Befragten sind der Meinung, dass die Stadt mehr tun müsste,
ihre Verschuldung von - zusammengerechnet - fast 2 Milliarden Euro
abzubauen. Das sollte allerdings nicht zu Lasten der sozial Schwachen
geschehen, denn 86 % stimmen dafür, das Sozialticket der
Verkehrsbetriebe dürfte nicht von 15 auf 25 Euro erhöht und auch das
„Schokoticket" für Schüler dürfte nicht angetastet werden.
Differenziert ist die Meinung der Dortmunder zu den Themen Flughafen
und Krankenhaus. Während 59 dafür sind, Start- und Landebahn auszubauen
und die Betriebszeiten des Airports zu verlängern, plädieren 66% der
Wähler weiterhin dafür, das Klinikum trotz Insolvenzgefahr nicht zu
privatisieren.
Die vollständigen Ergebnisse der FORSA-Umfrage können Sie unter dem Menüpunkt "Dortmund-Barometer" lesen. Datengrundlage für dieses unabhängige
und umfassendste Meinungsbild sind die Auskünfte von 1005 repräsentativ
ausgewählten Bürgern, die in der Zeit vom 15. bis 22. September mit
Hilfe von computergestützten Telefoninterviews befragt worden sind. Die
nächste Ausgabe des „Dortmund-Barometers" erscheint im Dezember. |