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Politik&Finanzen > Politik und Finanzen > Dortmund-Barometer zum Dritten
  Dortmund, 26.09.2008
  Dortmunder haben kein Vertrauen zu Politik und Politikern
  Nun schon zum dritten Mal hat das Bürgerforum Phoenix das renommierte Meinungsforschungsinstitut FORSA beauftragt, mit Blick auf die Kommunalwahlen im Juni 2009 die Stimmung in der Dortmunder Bevölkerung repräsentativ zu ermitteln. Das Ergebnis ist für Politik und Politiker noch weniger schmeichelhaft als im März und im Juni: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung traut keiner der Parteien zu, dass sie die kritische Lage der Stadt zum Besseren wenden könnte. Noch tiefer gesunken ist das Vertrauen zu Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer: Im März und Juni waren noch 37% der Wahlberechtigten der Meinung, er solle abermals kandidieren, jetzt waren es nur noch 27%.

Nach wie vor sind die Dortmunder am meisten über die hohe Arbeitslosigkeit und die Armut in der Stadt besorgt. Beide Themen spielen bei der Wahlentscheidung eine große Rolle (Arbeitslosigkeit 46%, Armut in der Stadt 37%), doch schon an dritter Stelle folgt die Bargeldaffäre im Oberbürgermeisteramt (35%). Dagegen interessieren sich die Dortmunder laut offenbar überhaupt nicht für die Prestige-Objekte des Oberbürgermeisters: Nur jeweils 6% würden den Umbau des U-Turms und den Phönix-See in ihre Überlegungen vor dem Urnengang im Juni nächsten Jahres einbeziehen.

74% der Befragten sind der Meinung, dass die Stadt mehr tun müsste, ihre Verschuldung von - zusammengerechnet - fast 2 Milliarden Euro abzubauen. Das sollte allerdings nicht zu Lasten der sozial Schwachen geschehen, denn 86 % stimmen dafür, das Sozialticket der Verkehrsbetriebe dürfte nicht von 15 auf 25 Euro erhöht und auch das „Schokoticket" für Schüler dürfte nicht angetastet werden.

Differenziert ist die Meinung der Dortmunder zu den Themen Flughafen und Krankenhaus. Während 59 dafür sind, Start- und Landebahn auszubauen und die Betriebszeiten des Airports zu verlängern, plädieren 66% der Wähler weiterhin dafür, das Klinikum trotz Insolvenzgefahr nicht zu privatisieren.

Die vollständigen Ergebnisse der FORSA-Umfrage können Sie unter dem Menüpunkt "Dortmund-Barometer" lesen. Datengrundlage für dieses unabhängige und umfassendste Meinungsbild sind die Auskünfte von 1005 repräsentativ ausgewählten Bürgern, die in der Zeit vom 15. bis 22. September mit Hilfe von computergestützten Telefoninterviews befragt worden sind. Die nächste Ausgabe des „Dortmund-Barometers" erscheint im Dezember.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Die Politik ist heute erst da, wo wir Wirtschaftsfachleute schon vor zwanzig Jahren waren."

Daniel Goeudevert (*1942), franz. Unternehmensberater und Publizist