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Politik&Finanzen > Oberbürgermeister > Langemeyers Abschied
  Dortmund, 27.01.2009
  Langemeyer feiert sich zum Abschied als König der Stadt
  Einer muss es ja machen, wenn schon die eigene Partei ihren Oberbürgermeister von der Liste gestrichen hat: Gerhard Langemeyer feiert sich selbst, bevor er zum ersten Mal nach den Kommunalwahlen am 7. Juni und dann endgültig mit Ablauf der Legislaturperiode im Oktober nach elf Jahren im Rathaus von der Bühne verschwindet.

Auf dem Neujahrsempfang, zu dem Langemeyer ins Konzerthaus geladen hatte, gab sich der Mann, dem die eigenen SPD-Genossen eine dritte Oberbürgermeister-Kandidatur versagt haben, als König einer florierenden Stadt. Die Arbeitslosenquote von nur 12,6% sei für ihn die wichtigste Zahl des Jahres - tatsächlich hat Dortmund unter den deutschen Großstädten hinter Berlin (12,9%) jedoch die höchste Arbeitslosenquote in ganz Deutschland (Arbeit und Soziales).

Weiter im Lobgesang in eigener Sache: Bei der Gewerbesteuer habe man nur mit 299 Millionen Euro gerechnet, eingenommen habe man aber 303 Millionen - tatsächlich hat das Statistische Landesamt aber nur 293 Millionen Euro ermittelt (die Differenz sollen Dortmunder Unternehmen auf Bitten der Stadt als Gewerbesteuervorauszahlung für das 1. Quartal 2009 gezahlt haben, ein Betrag, der im Haushalt 2009 - wenn Langemeyer schon im Ruhestand ist - fehlen wird.

Und natürlich der neue Bahnhof, der nun Wirklichkeit werde - auch wenn tatsächlich nur der Eingangsbereich hergerichtet werden soll. Und der U-Turm - auch wenn es bisher weder ein überprüfbares Nutzungskonzept noch einen Intendanten und auch keine Finanzierungs-Sicherheit gibt. Für König Gerhard von Dortmund gibt es vor dem Ende seiner Amtszeit nur Erfolge.

Dass er kurz vor dem Empfang in eigener Sache eine reale Niederlage einstecken musste, kam beim Neujahrsempfang nur nach dem offiziellen Teil zur Sprache: Bei dem Versuch, seinen Ex-Wahlkampfleiter Reinold Plätz zu versorgen und ihn auf den Posten des Personalamtsleiters zu hieven, ist er auch an den eigenen Genossen gescheitert. Sie hatten ihm vor der Abstimmung im Rat zu verstehen gegeben, dass sie ihm bei seiner Politik nach Gutsherrnart nicht folgen und ihn mit dem Vorschlag Plätz scheitern lassen würden.
So braucht sein Nachfolger im Oberbürgermeisteramt zumindest in diesem Fall keine der Kröten zu schlucken, die noch lange an die Ära Langemeyer erinnern werden.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Für verlorene Gelegenheiten in der Politik gibt es kein Fundbüro."

Paul-Henri Spaak (1899-1972), belg. Politiker