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Politik&Finanzen > Oberbürgermeister > Langemeyer wird zur Belastung
  Dortmund, 28.06.2008
  Bürgerforum: Langemeyer wird zur Belastung der Stadt
  Für wen arbeitet er eigentlich, Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer: Für die Dortmunder Bürger oder nur noch für sich selbst? Die aktuellen Entwicklungen lassen den Schluss zu, dass es für Langemeyer nur noch um den eigenen Machterhalt geht. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Doch mit dieser Einstellung ist der Oberbürgermeister zu einer unerträglichen Belastung für die Stadt geworden.

Was muss in dem Kopf dieses Mannes vorgehen, wenn ihm sogar die eigenen SPD-Genossen die Gefolgschaft verweigerten, als es darum ging, ihn auch bei den Kommunalwahlen 2009 als Kandidaten der SPD zu nominieren? Wie empfindet ein Mensch, dem zwei Drittel der Bürger bei einer repräsentativen FORSA-Umfrage und sogar mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten bei einer Leserbefragung der „Ruhr-Nachrichten" vorhersagen, dass sie ihn nicht wieder als Oberbürgermeister wählen werden - und der trotzdem darauf beharrt, als Kandidat der SPD in den Wahlkampf zu ziehen?

Über solche Selbstherrlichkeit wird bei den Wahlen im Juni 2009 entschieden, sie ist deshalb das Problem Langemeyers und auch seiner Partei. In den Affären, mit denen der amtierende Oberbürgermeister in den letzten Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen bis hin zum Aufmacher auf Seite 1 einer großen Regionalzeitung gesorgt hat („Dortmunds OB im Visier der Justiz"), geht es jedoch nicht mehr nur um ihn, sondern um die Stadt, deren Ansehen und Wohlergehen er eigentlich vertreten soll.

„Der Anfangsverdacht der Untreue und Insolvenzverschleppung", der Ende Juni dafür sorgte, dass Regierungspräsident Helmut Diegel den Fall Langemeyer in Verbindung mit dem Klinikum Dortmund der Staatsanwaltschaft übergab, könnte zwar das Fass endgültig zum Überlaufen bringen, er ist aber letztendlich nur ein weiteres Glied in der langen Kette von Verfehlungen, mit denen der OB der Stadt Dortmund Schaden zugefügt hat . Hier sei nur erinnert an die Bargeldaffäre, bei der es um 1,1 Millionen Euro geht, die in seinem eigenen Amt veruntreut worden sind.

Aber auch die Querelen um den Haushalt, die immer schneller wachsende Schuldenlast, die weiterhin hohe Arbeitslosenzahl (Langemeyer hatte vollmundig 70 000 neue Arbeitsplätze versprochen; Arbeitsmarkt) bringen Dortmund in Verruf. Eine solche Stadt zieht weder Investoren noch Spitzenkräfte an, sondern lässt die Stadt in vielen Rankings immer weiter auf die letzten Plätze abfallen. „Mit welchen Mitteln gelingt es diesem Despoten immer wieder, seine Kritiker zu disziplinieren", hat Reiner Tillmann in einem Leserbrief an die „Westfälische Rundschau" gefragt. Die Antwort darauf wird es spätestens bei den Kommunalwahlen 2009 geben.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Das Finanzamt hat mehr Männer zu Lügnern gemacht als die Ehe."

Robert Lemke (1913-1989), dt. Journalist