| Für wen arbeitet er eigentlich, Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer: Für die Dortmunder Bürger oder nur noch für sich selbst? Die aktuellen Entwicklungen lassen den Schluss zu, dass es für Langemeyer nur noch um den eigenen Machterhalt geht. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Doch mit dieser Einstellung ist der Oberbürgermeister zu einer unerträglichen Belastung für die Stadt geworden. Was muss in dem Kopf
dieses Mannes vorgehen, wenn ihm sogar die eigenen SPD-Genossen die
Gefolgschaft verweigerten, als es darum ging, ihn auch bei den Kommunalwahlen 2009 als Kandidaten der SPD zu nominieren? Wie empfindet ein Mensch, dem zwei
Drittel der Bürger bei einer repräsentativen FORSA-Umfrage und sogar mehr als
zwei Drittel der Wahlberechtigten bei einer Leserbefragung der
„Ruhr-Nachrichten" vorhersagen, dass sie ihn nicht wieder als Oberbürgermeister wählen werden - und der trotzdem darauf beharrt, als Kandidat der SPD in den
Wahlkampf zu ziehen?
Über solche
Selbstherrlichkeit wird bei den Wahlen im Juni 2009 entschieden, sie ist
deshalb das Problem Langemeyers und auch seiner Partei. In den Affären, mit
denen der amtierende Oberbürgermeister in den letzten Jahren immer wieder für
negative Schlagzeilen bis hin zum Aufmacher auf Seite 1 einer großen
Regionalzeitung gesorgt hat („Dortmunds OB im Visier der Justiz"), geht es
jedoch nicht mehr nur um ihn, sondern um die Stadt, deren Ansehen und
Wohlergehen er eigentlich vertreten soll.
„Der Anfangsverdacht der
Untreue und Insolvenzverschleppung", der Ende Juni dafür sorgte, dass
Regierungspräsident Helmut Diegel den Fall Langemeyer in Verbindung mit dem
Klinikum Dortmund der Staatsanwaltschaft übergab, könnte zwar das Fass
endgültig zum Überlaufen bringen, er ist aber letztendlich nur ein weiteres
Glied in der langen Kette von
Verfehlungen, mit denen der OB der Stadt Dortmund Schaden zugefügt hat . Hier
sei nur erinnert an die Bargeldaffäre, bei der es um 1,1 Millionen Euro geht,
die in seinem eigenen Amt veruntreut worden sind.
Aber auch die Querelen um den Haushalt, die immer
schneller wachsende Schuldenlast, die weiterhin hohe Arbeitslosenzahl
(Langemeyer hatte vollmundig 70 000 neue Arbeitsplätze versprochen; Arbeitsmarkt) bringen
Dortmund in Verruf. Eine solche Stadt zieht weder Investoren noch Spitzenkräfte
an, sondern lässt die Stadt in vielen Rankings immer weiter auf die letzten
Plätze abfallen. „Mit welchen Mitteln gelingt es diesem Despoten immer wieder,
seine Kritiker zu disziplinieren", hat Reiner Tillmann in einem Leserbrief an
die „Westfälische Rundschau" gefragt. Die Antwort darauf wird es spätestens bei
den Kommunalwahlen 2009 geben. |