| Eineinhalb Jahre vor den Kommunalwahlen im September 2009 hat Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer den Wahlkampf eröffnet. Wer auch immer Regie geführt haben mag: Beim Unterbezirksparteitag der SPD ließ er sich ans Rednerpult bitten und erklärte sich bereit, zum dritten Mal in Folge für das Amt des Ersten Bürgers in der Stadt zu kandidieren. Damit hat Langemeyer alle Spekulationen, die sich um seine Person
und das Amt entwickelt haben, zumindest vorübergehend beiseitegedrängt.
Vor allem die Bargeldaffäre im Amt des Oberbürgermeisters, bei der
immer noch unklar ist, wie es zu Unterschlagungen von mindestens 1,1
Millionen Euro kommen konnte, hat Langemeyer stark belastet. Aber auch
die weiter steigende Verschuldung der Stadt, der vom
Regierungspräsidenten in Arnsberg immer noch nicht genehmigte
Doppelhaushalt 2008/09, der Streit um den U-Turm, die fragliche
Finanzierung des Phoenix-Sees - das alles sind Hypotheken, mit denen
Langemeyer seinen Wahlkampfgegnern offene Flanken bietet. Hinzu kommt,
dass der OB - sollte er die Wahl 2009 gewinnen - am Ende seiner
Amtszeit bereits das 72. Lebensjahr erreicht hätte.
Die CDU reagierte denn auch entsprechend. Parteichef Erich G. Fritz
nannte Langemeyer „Macchiavellis Musterschüler", weil er seine
Kandidatur „ohne ein Gefühl für Anstand und Moral in einem Moment
ankündigt , in dem immer deutlicher wird, dass er seine engste
Verwaltung zu einem kriminellen Selbstbedienungsladen hat verkommen
lassen". Fritz kündigte an, dass man angesichts einer so vorzeitigen
Kandidatur sehr sorgfältig darauf achten müsse, welche seiner
Tätigkeiten in Zukunft seinem Amt als Oberbürgermeister und welche ihm
als Wahlkämpfer zuzuordnen sind: „Eine aufmerksame Öffentlichkeit wird
bei diesem Mann genau darauf achten, wofür öffentliches Geld ausgegeben
wird."
Zunächst muss ihn die SPD aber erst einmal als Kandidaten
aufstellen. Sollte die CDU ein Trumpf-Ass aus dem Ärmel ziehen, würde
sich die SPD nochmals fragen müssen, ob sie tatsächlich mit dem
jetzigen Oberbürgermeister in den Wahlkampf gehen will. Es ist z.B.
nicht auszuschließen, dass die CDU einen Kandidaten außerhalb der Stadt
findet und sich neu positioniert. Die CDU will ihren Kandidaten im
Oktober benennen und auf der Delegiertenversammlung im Februar 2009
wählen. |