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Politik&Finanzen > Oberbürgermeister > Langemeyer-Wahlkampf
  Dortmund, 19.02.2008
  Langemeyer eröffnet den Wahlkampf
  Eineinhalb Jahre vor den Kommunalwahlen im September 2009 hat Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer den Wahlkampf eröffnet. Wer auch immer Regie geführt haben mag: Beim Unterbezirksparteitag der SPD ließ er sich ans Rednerpult bitten und erklärte sich bereit, zum dritten Mal in Folge für das Amt des Ersten Bürgers in der Stadt zu kandidieren.

Damit hat Langemeyer alle Spekulationen, die sich um seine Person und das Amt entwickelt haben, zumindest vorübergehend beiseitegedrängt. Vor allem die Bargeldaffäre im Amt des Oberbürgermeisters, bei der immer noch unklar ist, wie es zu Unterschlagungen von mindestens 1,1 Millionen Euro kommen konnte, hat Langemeyer stark belastet. Aber auch die weiter steigende Verschuldung der Stadt, der vom Regierungspräsidenten in Arnsberg immer noch nicht genehmigte Doppelhaushalt 2008/09, der Streit um den U-Turm, die fragliche Finanzierung des Phoenix-Sees - das alles sind Hypotheken, mit denen Langemeyer seinen Wahlkampfgegnern offene Flanken bietet. Hinzu kommt, dass der OB - sollte er die Wahl 2009 gewinnen - am Ende seiner Amtszeit bereits das 72. Lebensjahr erreicht hätte.

Die CDU reagierte denn auch entsprechend. Parteichef Erich G. Fritz nannte Langemeyer „Macchiavellis Musterschüler", weil er seine Kandidatur „ohne ein Gefühl für Anstand und Moral in einem Moment ankündigt , in dem immer deutlicher wird, dass er seine engste Verwaltung zu einem kriminellen Selbstbedienungsladen hat verkommen lassen". Fritz kündigte an, dass man angesichts einer so vorzeitigen Kandidatur sehr sorgfältig darauf achten müsse, welche seiner Tätigkeiten in Zukunft seinem Amt als Oberbürgermeister und welche ihm als Wahlkämpfer zuzuordnen sind: „Eine aufmerksame Öffentlichkeit wird bei diesem Mann genau darauf achten, wofür öffentliches Geld ausgegeben wird."

Zunächst muss ihn die SPD aber erst einmal als Kandidaten aufstellen. Sollte die CDU ein Trumpf-Ass aus dem Ärmel ziehen, würde sich die SPD nochmals fragen müssen, ob sie tatsächlich mit dem jetzigen Oberbürgermeister in den Wahlkampf gehen will. Es ist z.B. nicht auszuschließen, dass die CDU einen Kandidaten außerhalb der Stadt findet und sich neu positioniert. Die CDU will ihren Kandidaten im Oktober benennen und auf der Delegiertenversammlung im Februar 2009 wählen.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Fordern Sie in politischen Angelegenheiten - von der Kommunalpolitik bis zur europäischen Integration - bei jeder Gelegenheit Klarheit, Wahrheit und Rationalität!"

Horst Köhler (*1943), Bundespräsident