| Für Gregor Beushausen kommt eine dritte OB-Kandidatur von Gerhard Langemeyer über 2009 hinaus nicht mehr in Betracht. In der "Westfälischen Rundschau" beschäftigt er sich mit der "Götterdämmerung im Tollhaus am Friedensplatz" - und meint damit die Situation im Rathaus unter der Führung von Langemeyer.
Beushausen schreibt u.a.: „Langemeyer hat ein Sytem aufgebaut, das auf Dauer nicht tragfähig war. Dieser Oberbürgermeister ist ein Machtmensch, der alles auf sich und seine Person fixiert hat. Langemeyer bei den Genossen in Berlin, Langemeyer bei den Genossen in Düsseldorf, bei den Genossen der SGK (Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik): Kein Tisch, an dem der OB nicht mitsäße. Sein Netzwerk aus Beratern und Einflüsterern, mit denen er sich im Rathaus umgibt, hilft ihm wenig - weil er gar kein taugliches Netzwerk hat. Dass er obendrein als beratungsresistent gilt, kommt verschlimmernd hinzu. Wer bereits die zarte Anmerkung seines Dezernenten, der Flughafen sei ein wichtiger Standortfaktor für die Dortmunder Wirtschaft, als ‚illoyal' brandmarkt, der verwechselt Sachauseinandersetzung mit Ungehorsam. Und was Langemeyer letztlich an Aufgaben an Mitarbeiter aus der dritten Reihe delegierte, ging schief oder wurde handwerklich so bieder umgesetzt, dass anderenorts neue Abwehrfronten entstanden.
Seine Erklärung, er sei keineswegs amtsmüde, klingt wie das berühmte Pfeifen im dunklen Walde: Es klingt, als könne und werde er selbst bestimmen, ob er 2009 erneut zur OB-Wahl antritt. Bis vor kurzem mag das für manche Genossen tatsächlich noch die entscheidende Frage gewesen sein - spätestens seit dem Eklat von München (‚Drabig ist ein Lügner') muss Langemeyer erkennen, dass nicht er Herr des Verfahrens ist. Sollte Langemeyer nicht freiwillig auf eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit verzichten, muss er damit rechnen, dass ihm andere die Entscheidung abnehmen. Für weite Teile der SPD ist klar, dass es für ihn über 2009 hinaus keine Zukunft gibt im Rathaus. Die Partei hat den Kanal voll - und sie wird es ‚ihren'OB spüren lassen. ‚Götterdämmerung' - der Begriff ist nicht verkehrt."
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