| Ernst Prüsse, Fraktionschef der SPD im Rat der Stadt Dortmund, ist nicht zimperlich, wenn er politischen Gegnern die Meinung sagt. Nun hat er mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen auch als Orakel von Dortmund Qualitäten bewiesen.
Prüsse weiß nämlich, warum der langjährige Redakteur der
Dortmunder „waz"-Redaktion, Jörg A. Linden, nach Arnsberg gewechselt ist und dort die
Aufgaben des Pressesprechers beim Regierungspräsidenten übernommen hat. Im Gespräch mit
der „Westfälischen Rundschau" hat Prüsse erklärt: „Das ist für uns das klare
Zeichen, dass Herr Diegel (der Regierungspräsident in Arnsberg, die Red.) seine Kandidatur
für das Oberbürgermeisteramt in Dortmund vorbereitet." Dazu passe, dass sich
Linden „in den letzten Jahren als schärfster Kritiker von Oberbürgermeister
Gerhard Langemeyer und der Dortmunder SPD betätigt hat."
Auf die Idee, dass Linden als unabhängiger Journalist einer unabhängigen Zeitung nur seine Aufgabe mit Engagement wahrgenommen hat, kommt Prüsse gar
nicht erst. Wer gegen die SPD, gegen Langemeyer oder gegen ihn ist, ist nicht mehr objektiv. Und so ist
denn für ihn klar: Linden ist nur berufen worden, weil er „mit seinen
besonderen Kenntnissen der Dortmunder Kommunalpolitik" dem
Regierungspräsidenten als Oberbürgermeister-Kandidat der CDU helfen könne.
Konsequenterweise geht Prüsse schon jetzt von einem „äußerst harten Wahlkampf
aus".
Prüsse plusterte sich gegen den vermeintlichen OB-Kandidaten der CDU auf,
obwohl Diegel erklärt hat, dass er für eine Kandidatur nicht zur
Verfügung stehen werde. Aber so, wie es Prüsse nach eigener Aussage mit
den Zahlen nicht so genau nimmt, so kommt es ihm wohl auch auf die
Fakten nicht so genau an.
Drohgebärden des SPD-Fraktionschefs durchziehen seine
Tätigkeit. Auch das Bürgerforum Phoenix hat das erfahren. Gleich bei der
Gründung hat Prüsse der unabhängigen Initiative mit auf den Weg gegeben: „Dann
sollen die Herren mal sehen, woher sie in Zuukunft die Aufträge kriegen, die
sie bisher vom Konzern Stadt bekommen haben".
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