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Politik&Finanzen > Dortmund 2020 > Immer mehr Alte in Dortmund
  Dortmund, 10.10.2007
  Immer mehr Alte in Dortmund - Junge in sozialen Brennpunkten
  Die Alterung der Bevölkerung trifft Dortmund nach Studien der Bertelsmann-Stiftung stärker und schneller als andere Städte. Die relativ hohe Zahl junger Menschen lebt vor allem in sozialen Brennpunkten wie der Innenstadt-Nord.

Bis 2020 wird sich der Anteil der Hochbetagten an der Dortmunder Bevölkerung fast verdoppeln. Am 31. Dezember 2006 lebten in Dortmund 27 900 Menschen, die 80 Jahre und älter waren. Im Jahr 2020 werden es etwa 70% mehr sein, rund 44 000. Auch die Zahl der Pflegebedürftigen erhöht sich damit deutlich; bei den über 80-Jährigen ist jeder Dritte pflegebedürftig, bei den über 90-Jährigen sind es bereits rund 60%.

Die jungen Menschen leben vor allem in sozialen Brennpunkten. Die Geburtenrate in Dortmund ist überdurchschnittlich hoch, doch wohnen viele Kinder und Jugendliche in den Stadtteilen, in denen der Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten am höchsten ist, vor allem in der Innenstadt-Nord. Dort sind die Arbeitslosenzahlen und die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss am höchsten.

Das Bürgerforum Phoenix fordert von der Verwaltung schnelles Handeln, um diese demografischen und sozialen Trends zu meistern. Dazu gehört u.a.:

- Die unzureichende Zuwanderung gut ausgebildeter junger Erwachsener muss durch die stetige Qualifizierung älterer Arbeitnehmer und Weiterbeschäftigung jüngerer Senioren ausgeglichen werden.

- Die regionale Wirtschaftsförderung muss intensiviert werden, die Infrastruktur-, Bildungs-, Forschungs- und Gesundheitsangebote müssen auf die veränderte Altersstruktur ausgerichtet werden.

- Nur eine aktive Integrationspolitik kann Aufsplitterungstendenzen vorbeugen und Sprach-, Bildungs- sowie berufliche Qualifizierungsdefizite ausgleichen.

- Das Ziel einer kinder- und familienfreundlichen Stadt muss durch gut ausgestattete Schulen, durchgängige und flexible Kinderbetreuung sowie gute Wohn- und Freizeiteinrichtungen verfolgt werden.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Keine Politik ist besser als die Ziele, die sie sich setzt."

Henry Kissinger (*1923), US-amerikan. Politiker