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  Bürgerforum Phoenix zieht Bilanz und löst sich auf
 

Sechs Jahre nach der Gründung vor den Kommunalwahlen 2004 haben die Mitglieder des Bürgerforums Phoenix Bilanz gezogen und gleichzeitig beschlossen, den gemeinnützigen Verein aufzulösen.

Rolf Bierwirth, Vorsitzender des Bürgerforums: „Mit der Überzeugung, etwas Notwendiges für unsere Stadt zu tun und für eine Änderung der politischen Kultur einzutreten, haben wir vor sechs Jahren mit großer Begeisterung und ebenso starkem Engagement das Bürgerforum Phoenix gegründet. Unsere Arbeit wurde beachtet, anerkannt und mitunter kontrovers diskutiert. Aber wir müssen heute feststellen, dass sich trotz aller Bemühungen kaum etwas verändert hat. Zum Beispiel das - durchaus realisierbare - Wunschbild einer schuldenfreien Stadt ist in nicht  erreichbare Ferne gerückt. Wir haben die Verkrustung der politischen Landschaft unterschätzt und sie nicht aufbrechen können."

Das Bürgerforum - als eingetragener Verein laut Satzung überparteilich und unabhängig - hat sich für den politischen Dialog sowie Transparenz und Effizienz von Verwaltungsentscheidungen stark gemacht und mit seinen Publikationen „Weißbuch I", „Weißbuch II" und dem „Demographie-Report", mit seiner viel beachteten Internet-Seite und einer Reihe von repräsentativen Umfragen zur politischen, wirtschaftlichen und allgemeinen Lage der Stadt  konstruktiv in die politische Diskussion eingemischt. Allerdings ist es Phoenix nicht gelungen, über die Rolle einer „außerparlamentarischen Opposition" hinaus zu kommen. Die Interessenlage der im Rat der Stadt vertretenen Parteien hat sich als stärker erwiesen.

Zur Zeit wächst in der Bevölkerung eine Politikverdrossenheit, die sich in mangelnder Transparenz auf  allen kommunalen Ebenen und fehlender Präsenz der Ratsmitglieder im öffentlichen Leben der Stadt spiegelt. Einmal geschaffene Rechte und Pfründen machen für Mandatsträger die Wiederwahl wichtiger als jedes Risiko in eigener Sache. Deshalb prallten Vorschläge des Bürgerforums Phoenix ebenso wie Kritik an den etablierten Politikern ab.

So wurden die sog. Leuchtturmprojekte U-Turm und Phoenix-See vom Rat verabschiedet, obwohl sie bis heute nicht abgesichert sind. Das Bürgerforum hat frühzeitig vorgerechnet, dass die veranschlagten Kosten um zwei- und dreistellige Millionenbeträge überschritten werden können und dass darüber hinaus völlig unklar ist, wie die Betriebskosten nach Fertigstellung aufgebracht werden sollen. In der Konsequenz daraus wird es an Mitteln für die Kinderbetreuung, für die Integration von ausländischen Mitbürgern und für alle Bereiche der Bildung fehlen.

„Die Politik betreibt Augenwischerei", beurteilt Rolf Bierwirth die Lage, „denn schon in Kürze wird sich zeigen, dass der vom Regierungspräsidenten nur mit Auflagen verabschiedete Haushalt nicht zu halten sein wird. Wir bedauern sehr, dass wir mit unseren Möglichkeiten und Mitteln nicht genug dazu beitragen konnten, diese Entwicklung aufzuhalten. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Dortmund trotz schlechter Voraussetzungen bestehende Probleme meistern wird."

Der Internet-Auftritt des Bürgerforums Phoenix bleibt erhalten, um auf die Fülle der Daten aus den verschiedenen Publikationen sowie auf alle Einträge, die aus aktuellem Anlass für das Internet geschrieben worden sind, zurückgreifen zu können.

Dortmund, 2. November 2010

19. Mai 2012
Wahre Worte

"Was haben Kultur und Politik miteinander gemeinsam? Das Gemeinwohl."

August Everding (1928-1999), dt. Intendant