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Dortmund Projekte > Phoenix-See > Unter dem Phoenix-See - ein Untergrund wie Schweizer Käse
  Dortmund, 08.11.2007
  Unter dem Phoenix-See - ein Untergrund wie Schweizer Käse
  Bis die ersten Villen-Besitzer am Ufer des Phoenix-Sees das Gleiten schmucker Segelschiffe wohlgefällig beobachten - das könnte länger dauern, als ohnehin schon eingeräumt. Denn der Untergrund des geplanten Sees in Hörde gleicht einem Schweizer Käse - bestätigte Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke, die von der Stadt Dortmund mit der Realisierung des Projekts Phoenix-See beauftragt worden sind.

„Wir haben im Bereich des Phoenix-Sees auch mittelalterlichen Bergbau gehabt. Der fand sehr oberflächennah statt und ist im Zweifelsfall in keiner Karte erfasst. Dies bedeutet, dass wir in großem Umfang Sondierungsbohrungen durchführen und anschließend die entdeckten Hohlräume verfüllen müssen. Ursprünglich sind wir von einem kleineren Bereich ausgegangen, wie sich herausgestellt hat, müssen wir jedoch den gesamten Bereich des Sees untersuchen. Das ist viel aufwändiger und kostet mehr Zeit. Deshalb kann der ambitionierte Zeitplan nicht gehalten werden. Aber wir wollen sicher gehen, dass der Untergrund für jeden, der dort baut, standsicher ist", bestätigte Pehlke, der sechs Jahre Kämmerer der Stadt Dortmund war, bevor er am 1. Oktober 2006 Chef der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) wurde, in einem Interview mit dem „Top-Magazin".

Die damit verbundenen Mehrkosten will Pehlke durch Einsparungen in anderen Bereichen hereinholen. Bisher haben die Stadtwerke nach eigener Aussage rund 105 Mio Euro ausgegeben - geplant waren bis zu diesem Zeitpunkt 100 Mio Euro. Fachleute rechnen jedoch mit weiteren erheblichen Kostensteigerungen -, die neben der Verfüllung der Hohlräume durch nicht einkalkulierte Beseitigung des schadstoffbelasteten Bodens der früheren Stahlfläche Phoenix-Ost eingetreten sind. Auch die erheblichen Zeitverzögerungen führen zu Kostensteigerungen, weil damit zusätzliche Finanzierungskosten verbunden sind.

Die Finanzierung, die bei 186 Mio gedeckelt ist (alle überschreitenden Kosten muss die Stadt Dortmund laut Vertrag mit den Stadtwerken übernehmen), weist derzeit ebenso wie der Untergrund noch erhebliche Löcher auf. Zum einen droht die Rückzahlung von Fördergeldern in Höhe von 10 Mio Euro, zum anderen räumte Pehlke im Gespräch mit dem „Top-Magazin" ein, dass es noch keine verbindliche Zusage der Landesregierung für weitere Fördermittel gibt: „Nach den Signalen aus den bislang geführten Verhandlungen gehen wir davon aus, dass wir sie bekommen."

Wenn sich alle Unsicherheitsfaktoren zum Guten wenden lassen, will Pehlke Ende 2009 mit der Flutung beginnen, die sich dann ein Jahr hinziehen wird. Ausgehend von diesen optimistischen Annahmen könnte frühestens im Frühjahr 2010 mit der Erschließung der ersten bebaubaren Bereiche begonnen werden - zu spät für Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, denn er hatte den Phoenix-See als sein wichtigstes Leuchtturmprojekt für die Kommunalwahlen 2009 eingeplant.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Die Politik ist heute erst da, wo wir Wirtschaftsfachleute schon vor zwanzig Jahren waren."

Daniel Goeudevert (*1942), franz. Unternehmensberater und Publizist