| Bis die ersten Villen-Besitzer am Ufer des Phoenix-Sees das Gleiten schmucker Segelschiffe
wohlgefällig beobachten - das könnte länger dauern, als ohnehin schon eingeräumt. Denn der Untergrund des geplanten Sees in Hörde gleicht einem Schweizer Käse - bestätigte Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke, die von der Stadt Dortmund mit der Realisierung des Projekts Phoenix-See beauftragt worden sind.
„Wir haben im Bereich des Phoenix-Sees auch
mittelalterlichen Bergbau gehabt. Der fand sehr oberflächennah statt und ist im
Zweifelsfall in keiner Karte erfasst. Dies bedeutet, dass wir in großem Umfang Sondierungsbohrungen durchführen und
anschließend die entdeckten Hohlräume verfüllen müssen. Ursprünglich sind wir
von einem kleineren Bereich ausgegangen, wie sich herausgestellt hat, müssen
wir jedoch den gesamten Bereich des Sees untersuchen. Das ist viel aufwändiger
und kostet mehr Zeit. Deshalb kann der ambitionierte Zeitplan nicht gehalten
werden. Aber wir wollen sicher gehen, dass der Untergrund für jeden, der dort
baut, standsicher ist", bestätigte Pehlke, der sechs Jahre Kämmerer der Stadt
Dortmund war, bevor er am 1. Oktober 2006 Chef der Dortmunder Stadtwerke
(DSW21) wurde, in einem Interview mit dem „Top-Magazin".
Die damit verbundenen Mehrkosten will Pehlke durch
Einsparungen in anderen Bereichen hereinholen. Bisher haben die Stadtwerke nach
eigener Aussage rund 105 Mio Euro ausgegeben - geplant waren bis zu diesem
Zeitpunkt 100 Mio Euro. Fachleute rechnen jedoch mit weiteren erheblichen
Kostensteigerungen -, die neben der Verfüllung der Hohlräume durch nicht
einkalkulierte Beseitigung des schadstoffbelasteten Bodens der früheren
Stahlfläche Phoenix-Ost eingetreten sind. Auch die erheblichen
Zeitverzögerungen führen zu Kostensteigerungen, weil damit zusätzliche
Finanzierungskosten verbunden sind.
Die Finanzierung, die bei 186 Mio gedeckelt ist (alle
überschreitenden Kosten muss die Stadt Dortmund laut Vertrag mit den
Stadtwerken übernehmen), weist derzeit ebenso wie der Untergrund noch
erhebliche Löcher auf. Zum einen droht die Rückzahlung von Fördergeldern in
Höhe von 10 Mio Euro, zum anderen räumte Pehlke im Gespräch mit dem
„Top-Magazin" ein, dass es noch keine verbindliche Zusage der Landesregierung
für weitere Fördermittel gibt: „Nach den Signalen aus den bislang geführten
Verhandlungen gehen wir davon aus, dass wir sie bekommen."
Wenn sich alle Unsicherheitsfaktoren zum Guten wenden
lassen, will Pehlke Ende 2009 mit der Flutung beginnen, die sich dann ein Jahr
hinziehen wird. Ausgehend von diesen optimistischen Annahmen könnte frühestens
im Frühjahr 2010 mit der Erschließung der ersten bebaubaren Bereiche begonnen
werden - zu spät für Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, denn er hatte den
Phoenix-See als sein wichtigstes Leuchtturmprojekt für die Kommunalwahlen 2009
eingeplant.
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