| Die Probleme, die Gerhard Langemeyer nach seinem von der eigenen Partei erzwungenen Abschied aus dem Oberbürgermeister-Amt im Oktober 2009 hinterlässt, werden seinen Nachfolger – ob er nun Ullrich Sierau (SPD) oder Joachim Pohlmann (parteilos, Kandidat der CDU und FDP) heißen wird –, vor allem aber den Rat und die Bürger der Stadt noch lange beschäftigen. Dazu gehört an vorderster Stelle der Phoenix-See. Schon vor den Kommunalwahlen 2004 hatte das Bürgerforum
Phoenix in seinem „Weißbuch der Stadt Dortmund" vor diesem Prestigeobjekt
Langemeyers gewarnt und es für ebenso utopisch wie die verschiedenen Entwürfe
für den Bahnhofsneubau kritisiert. Wie sich jetzt herausgestellt hat,
sehr zu Recht: Kleinlaut musste Langemeyer nach abermaliger Anfrage der FDP
einräumen, dass er den Rat und die Bürger der Stadt schon seit 2004 wider
besseres Wissen informiert - also belogen - hat.
Bereits 2004 sind die Wirtschaftsprüfer Dr. Bergmann,
Kauffmann & Partner in einem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten
zu der Auffassung gelangt, dass selbst im Falle einer 100-prozentigen
Vermarktung der Flächen ein Minus von 48 Millionen Euro verbleibt. Das dürfte der
Grund dafür gewesen sein, dass andere Projektentwickler ihre Bewerbung
zurückgezogen und sich Harald Heinze, der damalige Vorstandsvorsitzende der
Dortmunder Stadtwerke (DSW21) - die schließlich den Zuschlag erhielten -,
vertraglich zusichern ließ, dass die Stadtwerke nur bis zu Kosten von 186 Millionen Euro
aufkommen. Jeder überschießende Euro geht zu Lasten der Stadt Dortmund.
Heinze-Nachfolger Guntram Pehlke hat zwar im Februar 2009
eingeräumt, dass inzwischen Mehrkosten zwischen 20 und 30 Millionen Euro entstanden
seien, doch damit liegt er weit hinter den Tatsachen zurück. Allein die Kosten
für den Erdaushub liegen inzwischen mindestens 70 Millionen Euro über dem Plan,
die Überziehung des Zeitplans um drei Jahre verschlingt weitere Millionen und
die Kalkulation, wonach die Vermarktung der Grundstücke rund 90,5 Millionen
Euro erbringen soll, erscheint vollkommen illusorisch. Bisher ist zwar von
„vielen Interessenten" die Rede, es gibt jedoch noch keine konkreten Angebote, geschweige
denn Abschlüsse (bei Grundstückspreisen von 250 Euro für Wohnflächen und 170
Euro/Quadratmeter für Gewerbeflächen).
Während sich das „Leuchtturmprojekt" Phoenix inzwischen
greifbar zu einem „See ohne Boden" entwickelt, wachsen auch die Zweifel an der
Finanzierbarkeit des U-Turms. Die Kalkulation war von Anfang an so knapp, dass
die Ausstattung auf der Grundlage von Standards, wie sie im Messebau üblich
sind, erfolgen muss. Beim See wie beim U halten es Experten darüber hinaus für
unmöglich, dass die Stadt beide Projekte mit den eingeplanten Folgekosten
betreiben kann. Und dies angesichts einer Verschuldung der Stadt, die schon
jetzt keinerlei Spielraum für die Finanzierung lebensnotwendiger Maßnahmen
lässt.
Die Denkmäler, die sich Gerhard Langemeyer mit seinen „Leuchtturmprojekten"
schaffen wollte, werden als schwere Lasten auf der Stadt und ihren Bürgern
liegen, wenn sich der Oberbürgermeister längst in seinen wohldotierten
Ruhestand verabschiedet hat. |