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Dortmund-Barometer > Juni 2009 > Politische Stimmung in Dortmund im Juni 2009
  9. Politische Stimmung in Dortmund im Juni 2009
 

77 Prozent der Dortmunder Wahlberechtigten sagen im Juni sie wollten sich an der Kommunalwahl im August beteiligen.

Die derzeitige Wahlbereitschaft ist besonders hoch bei den über 60-Jährigen (und somit auch bei den Rentnern). Unterdurchschnittlich ist die Wahlbereitschaft nach wie vor bei den Arbeitern. Die Wahlbereitschaft ist bei den Anhängern der SPD derzeit nicht so groß wie bei den Anhängern der anderen Parteien.

Allerdings muss bei der Interpretation dieser Ergebnisse bedacht werden, dass vor einer Wahl immer mehr Bürger angeben, zur Wahl zu gehen, als dann tatsächlich auch zur Wahl gehen. Die tatsächliche Wahlbeteiligung bei der kommenden Kommunalwahl dürfte also deutlich unter der 70-Prozent-Marke und eher wie schon 2004 an der 50-Prozent-Marke liegen.


Wahlbereitschaft

    Es geben an, sich an der
Kommunalwahl beteiligen zu wollen
    %
insgesamt 2008: September 72
2009: Januar 74
  April 74
  Juni 77
18-bis 29-Jährige   69
30-bis 44-Jährige   73
45-bis 59-Jährige   76
60 Jahre und älter   88
Arbeiter   51
Angestellte   80
Beamte   81
Selbständige   80
Rentner   86
Anhänger der: SPD 79
  CDU 89
  FDP 89
  Grünen 93

Würde schon im Juni der Rat der Stadt neu gewählt, dann käme die SPD auf 39, die CDU auf 28 Prozent. Die Grünen könnten mit 12 Prozent, die FDP mit 7 Prozent rechnen. Die Linke käme auf 6, die sonstigen Parteien zusammen auf 8 Prozent.

Damit zeichnet sich im Juni im Vergleich zu den Ergebnissen der früheren Dortmund-Barometer eine Stabilisierung der SPD und eine rückgehende Sympathie für die CDU in der Stadt ab.

  2008 2009
  März Juni September Januar April Juni
  % % % % % %
SPD 36 34 36 35 37 39
CDU 33 34 32 35 34 28
Grüne 13 14 14 16 14 12
FDP 6 6 7 6 6 7
Linke 6 6 7 5 4 6
Sonstige 6 6 4 3 5 8


Diese Zahlen dürfen aber weiterhin nur als aktuelle Stimmung und nicht als den Parteien schon sichere Stimmen interpretiert werden.

Inwieweit diese aktuelle Stimmung mit den Stimmen am 30. August übereinstimmen könnte, dafür ist ein Vergleich der Entwicklung der Anteile der einzelnen Parteien zwischen der Europawahl 2004 und der Kommunalwahl im September 2004 aufschlussreich. Im Juni 2004 lagen SPD und CDU mit einem Anteil von 12,7 bzw. 12,6 Prozent (bezogen auf alle Wahlberechtigten) gleichauf. Zwischen Juni und September konnte die SPD dann ihren Anteil um 63,5 Prozent auf 20,6 Prozent (bezogen auf alle Wahlberechtigten) steigern. Die CDU konnte ihren Anteil in deutlich geringerem Maße nur um 28,3 Prozent auf 16,3 Prozent steigern. Die Grünen und die Linke erhielten bei der Europa- und Kommunalwahl den weitgehend gleichen Anteil. Der FDP-Anteil schrumpfte um 16,4 Prozent auf 1,9 Prozent.


Veränderungsraten zwischen der Europawahl und der Kommunalwahl 2004

  Ergebnis
(in Prozent der
Wahlberechtigten)
Veränderungsraten
Kommunal-/
Europawahl
  Europawahl
2004
Kommunalwahl
2004
 
SPD 12,7 20,6 + 63,5%
CDU 12,6 16,3 + 28,3%
Grüne 5,8 5,7 - 1,7%
FDP 2,3 1,9 - 16,4%
Linke 1,4 1,4 0
Sonstige Parteien 3,1 3,9 + 25,8%


Würden die Parteianteile 2009 ähnliche Veränderungsraten zwischen Europa- und Kommunalwahl aufweisen wie 2004, dann könnte die SPD am 30. August mit 21,6, die CDU mit 13,9, die Grünen mit 5,7, die FDP mit 3,3 und die Linke mit 2,6 Prozent (immer bezogen auf alle Wahlberechtigten) rechnen.

Das würde für die SPD 42, die CDU 27, die Grünen 11, die FDP 6,5, die Linke 5 und die sonstigen Parteien ca. 7,5 Prozent der gültigen Stimmen bedeuten.


Modellrechnung Europawahl - Kommunalwahl 2009

 

Ergebnis (in Prozent
der Wahlberechtigten)
Europawahl 2009

Veränderungsraten
2004

mögliches Ergebnis 2009
in % der
Wahlberechtigten gültigen Stimmen
SPD 13,2 +63,50% 21,6 42,3
CDU 10,8 +28,30% 13,9 27,3
Grüne 5,8 -1,70% 5,7 11,2
FDP 3,9 -16,40% 3,3 6,5
Linke 2,6 0 2,6 5,1
Sonstige Parteien 3,1 +25,80% 3,9 7,6


Das Ergebnis der Kommunalwahl am 30. August wird also in erster Linie davon abhängen, in welchem Maße die Dortmunder Parteien ihre potentiellen Anhänger dazu bewegen können, an der Kommunalwahl teilzunehmen.

 

 

19. Mai 2012
Wahre Worte

"Regieren besteht im Festsetzen von Prioritäten."

Sir Harold Wilson (1916-1995), brit. Politiker