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Wirtschaft > Unternehmen > RWE-Chef lässt Ernst Prüsse abblitzen
  Dortmund, 21.02.2008
  RWE-Chef lässt Ernst Prüsse abblitzen
  Die Aussichten, dass Dortmund Standort für die RWE Systems AG bleibt, sind gering. Das hat RWE-Chef Jürgen Großmann in seiner Antwort auf einen Brief des SPD-Fraktionschefs Ernst Prüsse deutlich gemacht. Prüsse hatte damit gedroht, "dass bei der Schließung von Firmensitzen bzw. einem Abzug von Arbeitsplätzen das Verhältnis der Stadt Dortmund zu RWE überdacht werden muss."

Großmann hat den 70 000 Mitarbeitern am 30. Januar per E-Mail mitgeteilt, dass er bis zum Herbst 2008 eine „neue RWE" schaffen wolle - schlanker, schneller, schlagkräftiger: „Wir wollen, dass Zuständigkeiten eindeutig geklärt sind und Entscheidungswege kürzer werden." Mit anderen Worten: Es wird tiefe Einschnitte geben und Großmann will die RWE in Zukunft von der Essener Konzernzentrale aus führen.

So gilt als sicher, dass die bisherige Dienstleistungstochter RWE Systems, die als eine der Führungsgesellschaften ihren Sitz in Dortmund hat, die Sparten IT, Beratung und Konzernrevision an Essen abgeben muss - was 500 Arbeitsplätze und die Hälfte des Umsatzes kosten würde.

In seinem Brief an Großmann hatte Prüsse daran erinnert, dass bei der Fusion von VEW und RWE im Jahr 2000 vertraglich vereinbart worden sei, „dass verschiedene Führungsgesellschaften der RWE in Dortmund verbleiben und mit dem notwendigen Personal ausgestattet sind." Die Antwort von Großmann fiel eindeutig aus: „Ich lasse derzeit rechtlich prüfen, welche heute noch geltenden Verpflichtungen die RWE AG in Bezug auf den Standort Dortmund eingegangen ist."

Ihm, Großmann, gehe es nicht darum, „Einzelabreden zur Bewahrung von Besitzständen über das Wohl des Gesamten zu stellen". Wenn die RWE wettbewerbsfähig bleiben wolle, „müssen wir beim Umbau unserer RWE im Sinne unserer Aktionäre, unserer Kunden und unserer Mitarbeiter ein Zukunftsmodell entwickeln. Welche Rolle dabei der Standort Dortmund spielen kann und wird, lässt sich heute tatsächlich noch nicht sagen."

Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer will sich zu der drohenden Veränderung am Standort Dortmund nicht äußern. Als Aufsichtsratsmitglied des Energiekonzerns unterliege er der Schweigepflicht, ließ er auf Anfrage wissen. Das Bürgerforum Phoenix fragt: Wird Langemeyer wegen seines mit 175 000 Euro dotierten Mandats auch nicht für „seine" Stadt kämpfen, wenn es um die Arbeitsplätze von RWE Systems geht?


19. Mai 2012
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"Nach Meinung der Sozialisten ist es ein Laster, Gewinne zu erzielen. Ich bin dagegen der Ansicht, dass es ein Laster ist, Verluste zu machen."

Winston Churchill (1874-1965), brit. Politiker