| Nach einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform (Neuss) ist das Pleitenrisiko für Unternehmen im Ruhrgebiet deutlich höher als im Bundesschnitt. Einer der Hauptgründe sei die hohe Arbeitslosigkeit im Revier, die viele Erwerbslose unvorbereitet in die Selbstständigkeit treibe. Zwar ist das Pleitenrisiko im Ruhrgebiet 2007 wegen der
guten wirtschaftlichen Gesamtlage etwas zurückgegangenen, dennoch mussten 4120
Firmen mit rund 17 800 Arbeitsplätzen im letzten Jahr Insolvenz anmelden.
Besonders positiv hätten sich 2007 Essen und Duisburg entwickelt. In Essen ging
das Pleitenrisiko von 2,48% auf 2,03% zurück, das ist der beste Wert im
Ruhrgebiet. Duisburg liegt mit 2,32% auf Platz 2 (Vorjahr: 2,89).
Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit wie z.B. Herne und
Gelsenkirchen trügen auch das höchste Pleitenrisiko. Auch in Bochum, Dortmund,
Unna und Hagen haben Unternehmen laut Creditreform ein erhöhtes Pleitenrisiko,
vor allem Kleinst- und Kleinunternehmen. Anders als im Bundestrend, der vor
allem Gastronomiebetriebe als insolvenzgefährdet ausweist, sind im Ruhrgebiet
auch vermeintliche Zukunftsbranchen wie die Logistik betroffen.
Insgesamt ging der
Risikofaktor im Ruhrgebiet von 2,85% auf 2,67% aller Unternehmen zurück, er liegt
aber immer noch über dem Wert für ganz NRW (2,33%) und Deutschland (2,11%). Für
2008 erwartet Creditreform einen Anstieg des Pleitenrisikos im Ruhrgebiet auf
2,72%. |