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Politik&Finanzen > Schulden > Politik auf Pump
  Dortmund, 21.05.2008
  Politik auf Pump beschleunigt sich
  Die Schulden der Stadt Dortmund stiegen im Jahr 2007 schneller als im Landesdurchschnitt auf nunmehr 1,857 Mrd. Euro. Das berichtet die "Westfälische Rundschau" in ihrer jüngsten Ausgabe.

Nach Berechnungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik schmolz der langfristige kommunale Schuldenberg in NRW im Jahr 2007 um 3,6% und beträgt insgesamt etwa 50 Mrd. Euro. Die mitttlere Pro-Kopf-Verschuldung aus Kern- und Nebenhaushalten (z.B. Sondervermögen) betrug Ende des Jahres 1826,42 Euro. Die Gesamtverschuldung erhöhte sich jedoch um rund 1,5%.

In Dortmund beschleunigt sich die Politik des Schuldenmachens Jahr für Jahr. Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen überdurchschnittlich auf fast 1,130 Mrd. Euro. Der Schuldenstand pro Einwohner erreichte Ende Dezember 1920 Euro (+0,2%). Die Essener kamen zum gleichen Zeitpunkt auf 1852 (-0,4%) und die Bochumer auf 2344 Euro (+0,3%).

Zwar baute die Dortmunder Stadtkämmmerin Christiane Uthemann (SPD) im Jahr 2007 langfristige Kredite ab, nämlich um 14,6 Mio. Euro auf 915,5 Mio. Euro. Dafür nahmen jedoch die Schulden der Sonderhaushalte um mehr als das Doppelte (32,9 Mio. Euro) auf 212,2 Mio. Euro zu.

Immer stärker werden zum Haushalten auf Pump die sog. Kassenkredite herangezogen. Das sind kurzfristige Ausleihungen, mit denen Kommunen ihre Zahlungsfähigkeit sicherstellen. Die Kassenkredite summierten sich in den NRW-Kommunen bis Ende 2007 auf 13,7 Mrd. Euro. Pro Kopf der Bevölkerung stiegen sie um fast ein Zehntel auf 763,16 Euro. In Dortmund wuchsen die Kassenkredite im Verlauf des letzten Jahres noch kräftiger, um 19% auf 727 Mio. Euro.

Insgesamt hat die Stadt inzwischen einen Schuldenberg von 1,857 Mrd. Euro angehäuft. Seit dem Amtsantritt von Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer haben sich die Schulden der Stadt verdoppelt. Von dem von Langemeyer angekündigten Schuldenabbau kann keine Rede sein.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Die Politik ist heute erst da, wo wir Wirtschaftsfachleute schon vor zwanzig Jahren waren."

Daniel Goeudevert (*1942), franz. Unternehmensberater und Publizist