| Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer hält fest an der These, die Unterschlagung von 1,289 Millionen Euro in seinem Amt sei das Werk einer Einzeltäterin. Das Gegenteil könnte die Affäre schon bald erneut auf die Tagesordnung bringen und damit auch die Behauptung des CDU/FDP-OB-Kandidaten Joachim Pohlmann festigen, in besagtem Amt habe es sich um einen „Sauhaufen“ gehandelt. Wie die „Westfälische Rundschau" in ihrer Ausgabe vom 5.
März berichtet, haben Ermittler im Personalamt ein Disziplinarverfahren gegen
einen weiteren Beschäftigten im Personalamt eingeleitet. Er soll, so wie die
inzwischen verurteilte Heike P., mit dem Rechnungswesen befasst gewesen sein.
Überraschen kann diese Nachricht nicht, denn in dem
Untersuchungsbericht, der dem Bürgerforum Phoenix vorliegt, den Ratsmitgliedern
aber nur in einer verkürzten Fassung zugänglich gemacht wurde, steht bereits,
„dass es sich um ein Mosaik diverser Verstöße unterschiedlicher Personen in
verschiedenen Ämtern gegen die geltenden Regeln handelte" (Seite 123). Danach sind selbst in Zeiten, in denen Heike P. krankheits- oder urlaubsbedingt gar
nicht anwesend war, unkorrekte Bargeldauszahlungen festgestellt worden.
Nach dem Prüfungsbericht waren Mittelanforderungen über eine
Summe von 206.380 Euro „nicht zu beanstanden. Somit sind lediglich rund 16% der
Bargeldauszahlungen in der Zeit 2002-2007 ordnungsgemäß erfolgt". Was umgekehrt
heißt: Rund 84% aller Bargeldauszahlungen mit einem Volumen von mehr als einer
Million Euro waren nicht ordnungsgemäß. Ist bei einem solchen Sachverhalt die
Behauptung, im Amt des Oberbürgermeisters habe es sich um einen „Saustall"
gehandelt, nicht nahe liegend?
Mit dieser Feststellung hat sich der parteilose OB-Kandidat
Joachim Pohlmann den Unmut der städtischen Personalderzernentin Christiane
Straube zugezogen. Sie hat in einem Offenen Brief ihr Befremden über die
Äußerung Pohlmanns ausgedrückt. Die weitere Aufklärung des Falls könnte sie
eines anderen belehren. |