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Politik&Finanzen > Oberbürgermeister > Gehören die RWE-Aufsichtsratsgelder doch dem OB?
  Dortmund, 05.11.2007
  Gehören die RWE-Aufsichtsratsgelder doch dem OB?
  Während sich der Oberbürgermeister auf der einen Seite mit der Unterschlagung von mindestens 1,1 Mio Euro von Steuergeldern aus der Stadtkasse herumschlagen muss, geht es für ihn auf der anderen Seite um persönliche Einnahmen: Die Chancen, dass er die Vergütung für sein Mandat als Mitglied des RWE-Aufsichtsrats zum größten Teil in die eigene Tasche stecken darf, stehen nicht schlecht. Für das Jahr 2006 hatte RWE 175.000 Euro an Gerhard Langemeyer überwiesen.

Bis 2004 hat Langemeyer die Aufsichtsratsvergütung abzüglich eines Anteils von ca. 20% für sich behalten, seither hat er diese Einkünfte an die Stadt überwiesen - allerdings nicht freiwillig. Der Grund: Seit 1. März 2005 gilt das Korruptions-Bekämpfungsgesetz NRW, wonach Politiker ihre Nebentätigkeiten offen legen und bis auf 6000 Euro an die betroffenen Körperschaften abführen müssen. Gegen diese Entscheidung hat der hauptamtliche Bürgermeister von Neuss, der als Mitglied des Regionalbeirats der RWE Energy AG zuletzt eine Vergütung von 8689,20 Euro (für 2006) erhalten hat, geklagt - und vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf in zweiter Instanz Recht bekommen.

Begründung des Gerichts: „Da die RWE Energy AG als Vertriebs- und Netzgesellschaft im RWE-Konzern für Kontinentaleuropa ein privates Versorgungsunternehmen ist, stellt die Tätigkeit im Beirat keine Nebentätigkeit im öffentlichen Dienst dar." Nur dann wäre der Neusser Bürgermeister auf Grund des Korruptions-Bekämpfungsgesetzes zur Weitergabe der Gelder an die eigene Stadtverwaltung verpflichtet.

Das bedeutet für OB Langemeyer adäquat: Wird das Urteil rechtskräftig, hätte er Anspruch auf Rückzahlung der RWE-Gelder (und Vergütungen aus anderen Aufsichtsratsmandaten, die nicht aus Nebentätigkeiten im öffentlichen Dienst resultieren). Vorsorglich hat Langemeyer die Einkünfte stets unter Hinweis auf seinen Rechtsstandpunkt weitergeleitet.


6. Februar 2012
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"Wir brauchen, um die Kreativität unseres Landes deutlich zu steigern, einen breiten, dezentralen Erneuerungsprozess. Der Staat allein kann das nicht schaffen - wir müssen alle mithelfen. Übernehmen Sie noch mehr bürgerschaftliche Mitverantwortung auch für die Zukunft unserer Städte und Gemeinden."

Horst Köhler (*1943), Bundespräsident