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Politik&Finanzen > Oberbürgermeister > Langemeyer und RWE
  Dortmund, 13.05.2009
  Langemeyer will nach Abwahl RWE-Aufsichtsrat bleiben
  Noch ist zwar nicht gerichtlich entschieden, ob Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer die über 200.000 Euro, die er im letzten Jahr als Mitglied des RWE-Aufsichtsrates kassiert hat, behalten darf oder an die Stadtkasse überweisen muss. Vorsichtshalber hat er jedoch wissen lassen, dass er sich auch nach seiner Abwahl aus dem Amt des Ersten Bürgers dieser Stadt bei RWE nicht verabschieden und damit weiter kassieren will.

Langemeyer ist der Meinung, er sei nicht qua Amt als Oberbürgermeister der Stadt, die mit 3,8% am Aktienkapital des zweitgrößten deutschen Energieversorgers beteiligt ist, in den Aufsichtsrat von RWE gewählt worden, sondern auf Grund seiner Persönlichkeit und seines Fachwissens. Deshalb wolle er auch nach den Kommunalwahlen am 30. August und der Neubesetzung des OB-Sessels ab Oktober 2009 nicht aus dem RWE-Aufsichtsrat ausscheiden.

Dass es pure Leidenschaft an der Sache ist, die ihn  treibt, ist kaum glaubhaft. Wenn dem so wäre, hätte sich  Langemeyer längst entschließen können, seine Aufsichtsratsvergütungen der Stadt zugutekommen zu lassen und nicht bis zu einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung auf einem Sperrkonto zu verwahren. Immerhin  geht es um größere Beträge: 2007 waren es allein aus der RWE-Pfründe 163.000 Euro, 2008 sogar 209.000 Euro, die an ihn überwiesen wurden.

Langemeyer sitzt außerdem in Aufsichts- und Verwaltungsräten von mehreren Unternehmen, die zum Konzern Stadt Dortmund gehören, u.a. Klinikum und Stadtwerke (DSW21). Es wird interessant zu verfolgen sein, ob er sich auch diese Einnahmen nach seinem Abschied vom Thron im Rathaus sichern will.


6. Februar 2012
Wahre Worte

"Deutlichkeit erspart Längen und kann Gedanken beweisen."

Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), frz. Schriftsteller