| Noch ist zwar nicht gerichtlich entschieden, ob Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer die über 200.000 Euro, die er im letzten Jahr als Mitglied des RWE-Aufsichtsrates kassiert hat, behalten darf oder an die Stadtkasse überweisen muss. Vorsichtshalber hat er jedoch wissen lassen, dass er sich auch nach seiner Abwahl aus dem Amt des Ersten Bürgers dieser Stadt bei RWE nicht verabschieden und damit weiter kassieren will.
Langemeyer ist der Meinung, er sei nicht qua Amt als Oberbürgermeister
der Stadt, die mit 3,8% am Aktienkapital des zweitgrößten deutschen
Energieversorgers beteiligt ist, in den Aufsichtsrat von RWE gewählt worden,
sondern auf Grund seiner Persönlichkeit und seines Fachwissens. Deshalb wolle
er auch nach den Kommunalwahlen am 30. August und der Neubesetzung des
OB-Sessels ab Oktober 2009 nicht aus dem RWE-Aufsichtsrat ausscheiden.
Dass es pure Leidenschaft an der Sache ist, die ihn treibt, ist kaum glaubhaft. Wenn dem so wäre,
hätte sich Langemeyer längst entschließen
können, seine Aufsichtsratsvergütungen der Stadt zugutekommen zu lassen und
nicht bis zu einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung auf einem Sperrkonto
zu verwahren. Immerhin geht es um
größere Beträge: 2007 waren es allein aus der RWE-Pfründe 163.000 Euro, 2008
sogar 209.000 Euro, die an ihn überwiesen wurden.
Langemeyer sitzt außerdem in Aufsichts- und Verwaltungsräten von mehreren
Unternehmen, die zum Konzern Stadt Dortmund gehören, u.a. Klinikum und
Stadtwerke (DSW21). Es wird interessant zu verfolgen sein, ob er sich auch diese
Einnahmen nach seinem Abschied vom Thron im Rathaus sichern will. |