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Politik&Finanzen > Oberbürgermeister > Langemeyer bestimmt sich selbst
  Dortmund, 28.05.2008
  Langemeyer bestimmt sich selbst zum OB-Kandidaten
  Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer will den eigenen Genossen zeigen, was eine Harke ist: Auch wenn sie ihn wegen der Bargeldaffäre und mit Blick auf den Koalitionspartner Die Grünen gar nicht mehr wollen, will er im Juni 2009 als Oberbürgermeister-Kandidat der SPD bei den Kommunalwahlen antreten.

Im kleinsten Kreis, so berichten „Westfälische Rundschau" und „WAZ", haben die führenden Genossen ihrem Maestro bedeutet, er möge auf die Kandidatur verzichten. Offensichtlich machen sie sich Sorgen, die Person Langemeyer, die Bargeldaffäre in seinem eigenen Amt (1,1 Millionen Euro unterschlagen), sein Alter (bei Ablauf der Amtszeit wäre Langemeyer 71 Jahre alt) und nicht zuletzt die strikte Weigerung der Grünen, unter einem Oberbürgermeister, der Langemeyer heißt, nochmals mit der SPD zu koalieren, könnte zu einer Niederlage bei den Kommunalwahlen im Juni 2009 führen. Langemeyers Basta-Argument: Wen, wenn nicht mich, wen wollt ihr denn dann aufstellen?

Als Kandidaten im Ärmel hat die SPD-Spitze zwar die Stadträte Ullrich Sierau und Jörg Stüdemann, Langemeyer setzt jedoch darauf, dass beide bei ihrer Aussage bleiben und nur dann für eine Kandidatschaft bereit sind, wenn der amtierende Oberbürgermeister zuvor verzichtet hat. Doch genau das will und wird er nicht tun. „Gefährlich für die SPD", orakelt Frank Fligge in der „Westfälischen Rundschau": „Die Linkspartei wird ganz sicher einen Bewerber ins Rennen schicken, die Grünen nun wohl auch - beide fischen ihre Stimmen im linken Lager. Dort also, wo auch Langemeyer das Gros seiner Wähler hat... So könnte es für Langemeyer eng werden. Ganz eng."

In der „WAZ" fragt Rolf Maug, warum ein ungeliebter Langemeyer so trotzig um ein Amt kämpft, in dem ihn selbst seine Genossen nicht mehr haben wollen: „Der Mann wird im  Wahljahr 65. Und auch mit 60 oder 70 Prozent vom letzten OB-Gehalt, das etwa 213 000 Euro im Jahr beträgt, lässt sich der Ruhestand doch wohl ertragen. Dass Langemeyer so sehr an seinem Stuhl klebt, dass er sogar alle Mahnungen seines um den Machterhalt fürchtenden Parteivorstands in den Wind schlägt, leuchtet nicht nur am Stammtisch nicht recht ein. Auch den Grünen wird angst und bange, wenn sie auf die Wahlchancen eines Partners sehen, der mit dem blassen Langemeyer als Zugpferd antritt."

Ob Langemeyer seine Genossen tatsächlich noch einmal gängeln kann, wird der Wahlparteitag im November zeigen. Dann gibt es nur hü oder hott.


9. Februar 2012
Wahre Worte

"Wir, die wir heute leben, tragen nicht nur Verantwortung gegenüber unseren Zeitgenossen, wir tragen sie auch gegenüber allen nachfolgenden Generationen."

Hans-Dietrich Genscher (*1927), dt. Politiker