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Politik&Finanzen > Kultur > Wird das Ostwall-Museum ausgehungert?
  21.08.2007
  Wird das Ostwall-Museum ausgehungert?
  Sage und schreibe nur 24.000 Besucher sind von Januar bis Dezember 2006 in das einst international bekannte und gerühmte Ostwall-Museum gekommen. Das musste Kurt Eichler, Geschäftsführer der sieben Kulturbetriebe der Stadt Dortmund, einräumen. Die Begründung fügte er sofort hinzu: "Wir können diese Zahlen nur steigern, wenn wir wieder Geld für hochkarätige Ausstellungen bekommen."

Weil das Geld für solche Ausstellungen fehlte, ist das Ostwall-Museum mit einem sechsstelligen Fehlbetrag nicht nur tief in die roten Zahlen, sondern auch in die Bedeutungslosigkeit abgesackt. Das gilt nicht anders für das Museum für Kunst und Kulturgeschichte, wo man jetzt verzweifelt auf die für 2008 geplante Ausstellung zum  Thema deutsche und türkische Hochzeiten setzt.

Wie diese Zahlen zu den hochtrabenden Plänen im U-Turm passen, lässt sich kaum erklären - es sei denn, man will mit den erschreckenden Zahlen belegen, dass nur ein Neubeginn auf dem früheren Brauereigelände neue Chancen bietet. Das allerdings wäre eine fatale Strategie, denn - ganz abgesehen von der fehlenden Finanzierung: Ein toter Patient lässt sich auch in neuen Kleidern nicht wieder zum Leben erwecken.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Deutlichkeit erspart Längen und kann Gedanken beweisen."

Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), frz. Schriftsteller