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Politik&Finanzen > Kultur > DFB-Museum
  Dortmund, 25.06.2009
  DFB-Museum: Fußball mit Pferdefuß?
  Hat sich die Stadt beim Kampf um das Nationale Fußballmuseum auf ein wirtschaftlich gefährliches Spiel eingelassen, bei dem es in der Verlängerung möglicherweise ein böses Erwachen gibt?

Um das Nationale Fußballmuseum, das spätestens 2012 auf einer ca. 6.000 qm großen „Erlebniswelt" auf dem derzeitigen Gelände des Busbahnhofs gegenüber dem Hauptbahnhof eröffnet werden soll, haben viele Städte gekämpft. Doch es scheint, die Stadt Dortmund hat nicht alle Risiken bedacht, als sie gegenüber dem DFB immer weitere Zugeständnisse gemacht hat. Das könnte den Bürger teuer zu stehen kommen:

  • Die Baukosten sind nur mit 26,4 Millionen Euro abgesichert (7,9 Millionen zahlt der DFB, 18,5 Millionen übernimmt das Land); wer für eine Kostensteigerung aufkommt, ist offen.

  • Die Stadt bringt das Gelände des heutigen Busbahnhofs in einer Größe von 7.000 qm kostenlos in eine Projektgesellschaft ein; damit begibt sie sich nicht nur eines der allerbesten Filetstücke, sondern gibt auch die Anbindung des Busbahnhofs an den Hauptbahnhof auf.

  • Die Kosten für die Verlegung des Busbahnhofs sind alleinige Sache der Stadt. Über die Größenordnung gibt es keinerlei Aussagen.

  • In die Stiftung DFB-Fußballmuseum gGmbH muss die Stadt bis 2011 einen Zuschuss von 625.000 Euro einbringen - ein Betrag, der angesichts der Finanzlage der Stadt gar nicht aufbringbar ist.

  • Außerdem muss die Stadt aus eigener Kasse 250.000 Euro für den Architektenwettbewerb bezahlen.

  • Ferner hat sich die Stadt verpflichtet, jährlich 350.000 Euro Sponsorengelder aufzubringen; diese Beträge könnten leicht an anderer Stelle fehlen.

  • Sollte die Betriebsgesellschaft Verluste machen, so werden sie zwischen DFB und Stadt hälftig geteilt, der DFB beschränkt sein Risiko jedoch auf 250.000 Euro pro Jahr.

  • Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft wird vom DFB gestellt, die Stadt hat also keinen unmittelbaren Einfluss auf aktuelle Aktivitäten.


Das Bürgerforum Phoenix meint: Bei aller Freude über die Entscheidung, das Fußballmuseum in Dortmund zu bauen, hätten Chancen und Risiken  v o r h e r  gründlich abgewogen werden müssen!


7. September 2010
Wahre Worte

"Regieren heißt voraussehen."

Robert Jungk (1913-1994), österr. Publizist