| Ernst Prüsse (SPD) und Mario Krüger (Die Grünen) werden zwar den Alleingang von OB Langemeyer bei der Sanierung des Klinikums stoppen, aber auch ihr Plan lässt letztendlich den Bürger zahlen, was zum finanziellen Dilemma geworden ist. Dabei bleibt das Ende offen: Denn gerettet ist das Klinikum noch lange nicht. Die Dortmunder Müllmänner sollen nun möglich machen, was das
Klinikum unter der Leitung von seiner Chefin Mechthild Greive und seinem
Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer verschludert haben: Die Entsorgung
Dortmund (EDG), an der die Stadt mit 51% und die Stadtwerke (DSW21) mit 49%
beteiligt sind, soll aus ihren Rücklagen so viel Geld als Sonderausschüttung
locker machen, dass eine Insolvenz des städtischen Krankenhauses vermieden
werden kann. Das Bürgerforum Phoenix fragt:
- Hat die EDG den Bürger in den letzten Jahren zu hohe
Gebühren abgefordert, dass sie sich einen Speckgürtel zulegen konnte?
- Oder muss die EDG jetzt Rückstellungen auflösen, die
eigentlich für notwendige Investitionen gebraucht werden?
So oder so: Entweder wurden die Dortmunder Bürger bisher mit
zu hohen Gebühren der Müllabfuhr belastet, oder aber sie müssen mit
Gebührenerhöhungen rechnen, weil die EDG sonst nicht mehr investieren kann. Und
mehr noch: Weil die DSW21 ihren Anteil aus der Sonderausschüttung, über deren
Höhe SPD und Grüne strenges Stillschweigen vereinbart haben, postwendend in das
Stadtsäckel durchleiten soll, geht auch den Stadtwerken Geld verloren - und
dies zu einem Zeitpunkt, wo das größte der rund 100 städtischen Unternehmen
durch Belastungen im Personennahverkehr, beim Flughafen und Phoenix-See längst
nicht mehr auf Rosen gebettet ist.
Zu Recht fragt Rolf Maug deshalb in einem Kommentar für die
„WAZ": „Sollen nun die Müllgebührenzahler dafür herhalten, dass hoch bezahlte
Leute das Klinikum systematisch vor die Wand fahren?" Die Frage ist umso
wichtiger, weil schon heute abzusehen ist, dass der EDG-Aderlass keineswegs die Rettung des
Klinikums sichern wird.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernst Prüsse verteidigt seinen
Plan trotz besseren Wissens mit falschen Informationen: Er behauptet, eine
Privatisierung des Klinikums würde mit Entlassungen und Einschränkungen in der
Versorgung verbunden sein. Dabei liegt ihm ein Brief der Helios-Kliniken vor,
in dem genau das Gegenteil garantiert wird: Die Stadt Dortmund bleibt nach
einer Übernahme Gesellschafter und bekommt ein Vetorecht bei allen Strukturentscheidungen
wie z.B. Standort- und Abteilungsschließungen bzw. Änderungen des
Versorgungsauftrags (siehe den Beitrag vom 11. Juni auf dieser Seite).
Das Bürgerforum Phoenix fragt: Was sind das für
Ratsmitglieder, die mit allen Mitteln eine mehr als fragwürdige Lösung
durchsetzen und ihre Stadt und deren Bürger in immer neue Risiken stürzen? |