| Zu einem Zeitpunkt, zu dem wohl nur noch OB Gerhard Langemeyer daran glaubt, dass die Stadt Dortmund aus eigener Kraft Sanierung und Fortbestand des Klinikums schultern kann - selbst seine Genossen schrecken vor dem insgesamt rund 250-Millionen-Euro-Paket zurück - meldet sich der private Krankenhausbetreiber Helios Kliniken abermals zu Wort. Und legt seine Trumpfasse auf den Tisch. Helios, eine Tochtergesellschaft
des weltweit tätigen Gesundheitskonzerns Fresenius, hat in einem Brief an
Langemeyer an das Angebot aus dem November 2007 erinnert und seine Bereitschaft
erneuert, den Fortbestand des Klinikums zu sichern. Das sind die Eckpunkte:
- Übernahme der
Investitionen in Höhe von 200 bis 350 Millionen Euro bis 2015 ohne jede
Beteiligung der Stadt und des Landes.
- Übernahme aller
Verluste ab dem Zeitpunkt der wirtschaftlichen Führung durch Helios und
vertraglicher Ausschluss jeder Nachschussverpflichtung der Stadt.
- Die Stadt Dortmund
bleibt Gesellschafter und bekommt Vetorechte in den Strukturentscheidungen wie
Standort- und Abteilungsschließungen bzw. Änderung des Versorgungsauftrags.
- Bereitstellung eines
Sozialfonds für Qualifizierungs- und Strukturmaßnahmen in Höhe von 50 Millionen
Euro durch Fresenius-Helios.
- Verzicht auf einen
Sanierungstarifvertrag mit Lohneinbußen für die Beschäftigten.
Dieses Angebot hat Helios
mit dem Hinweis unterlegt, als Marktführer in NRW zur Zeit in Krefeld die fünfte
NRW-Kilinik mit Maximalversorgung erfolgreich zu sanieren und damit Zugang zu
den günstigsten Einkaufskonditionen und ein so umfassendes Know-how zu
besitzen, dass hohe Kosten für externe Berater, Gutachter und
Sanierungsexperten nicht anfallen. Und - mit Zielrichtung auf die Idee aus den
Fraktionen von SPD und Grünen, evtl. Stadttöchter zu Gesellschaftern des
Klinikums zu machen -: „Bei einer Partnerschaft mit Fresenius-Helios besteht
nicht mehr das Risiko, dass ein kommunales Schwesterunternehmen nicht die
Finanzkraft und Kompetenz hat und dann doch Dortmunds Bürger weitere Zahllasten
aufgebürdet werden müssen."
Das Bürgerforum Phoenix
meint: Angesichts der unmittelbaren Insolvenzgefahr, in der sich das Klinikum
befindet, aber auch mit Blick auf die Überschuldung der Stadt Dortmund muss Langemeyer
endlich mit den privaten Krankenhausbetreibern reden. Seine strikte
Verweigerung bedeutet eine Verletzung seiner Amtspflichten. |