| Die wirtschaftliche Lage des Klinikums ist noch viel schlimmer als erwartet: Die Unternehmensberater von PricewaterhouseCoopers haben dem Aufsichtsrat des Klinikums klargemacht, dass die Stadt Verbindlichkeiten von 55 Millionen Euro übernehmen muss, wenn eine Insolvenz vermieden werden soll. Fragt sich nur, woher die Stadt das Geld bekommen soll, nachdem sie ihren Doppelhaushalt für 2008/09 erst nach langem Hin und Her und unter vielen Auflagen vom Regierungspräsidenten genehmigt bekommen hat. Als Regierungspräsident Helmut Diegel „mit großen
Bauchschmerzen" den Haushalt genehmigt hat, schrieb er der Dortmunder
Stadtverwaltung u.a. die Auflage ins Stammbuch, über die Entwicklung des
Klinikums laufend informiert zu werden. Dafür hat er allen Grund: Zuletzt
konnte die Stadt eine Insolvenz nur verhindern, weil sie die
Kapitalaufstockung, die der Rat Ende 2007 beschlossen hat, angegriffen und
zusätzlich Gelder aus einem Immobilienverkauf für das Klinikum verwendet hat.
Oberbürgermeister Langemeyer, in Personalunion Vorsitzender
des Klinikum-Aufsichtsrates, hat sich durch seine zögerliche Haltung selbst
unter Zugzwang gesetzt: Hätte er sich frühzeitig die Angebote mehrerer
Unternehmen für eine Teilprivatisierung angesehen, wäre das Dilemma noch in
vergleichsweise ruhigem Fahrwasser abzuwenden gewesen. Jetzt, könnte - so die
„Westfälische Rundschau" - „der Rathaus-Koalition das Pulverfass Ende 2008 oder
Anfang 2009 um die Ohren fliegen - mitten im Kommunalwahlkampf". Das wird
Langemeyer mit allen Mitteln zu verhindern suchen, damit jedoch die
wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht beseitigen, sondern nur noch weiter
verschlimmern.
Der stellv. CDU-Kreisvorsitzende Uwe Waßmann sieht die
Konsequenzen: „Es wäre eine Katastrophe für die Beschäftigten, wenn es zur
Insolvenz käme. Das Klinikum würde filetiert und Arbeitsplätze gingen verloren.
"Bisher hat sich Langemeyer selbst im Rat der Stadt strikt geweigert, die
wirtschaftliche Lage des Klinikums in aller Offenheit darzustellen.
Das Bürgerforum Phoenix meint: Das Klinikum ist nicht die
Sache von OB Langemeyer und kein wahlpolitischer Spielball. Hier geht es um die
Gesundheit der Bürger, um die Arbeitsplätze von Ärzten und Mitarbeitern.
Aufschub ist deshalb nicht mehr möglich. |