| Als die Stadtwerke Dortmund und Bochum Mitte 2003 die Gelsenwasser AG von der E.ON (die zum Verkauf ihrer Tochter durch das Kartellamt gezwungen worden war) für 835 Millionen Euro übernommnen haben, ließen sich die Beteiligten für ihren Coup feiern. Befürchtungen des Bürgerforums Phoenix könnten sich jetzt bestätigen.
Wie die „WAZ" gemeldet hat, soll die Gelsenwasser AG
zusammen mit den Stadtwerken Bochum und der Dortmunder Energie und Wasser
(DEW), einer Tochter der Dortmunder Stadtwerke (DSW), zu einem neuen
Unternehmen fusioniert werden. Offiziell heißt es, solle damit eine vertiefte
Zusammenarbeit bei der Ver- und Entsorgung vorangetrieben werden.
Bei einer solchen Fusion
käme automatisch der Energieriese RWE mit ins Spiel, der mit 47% an der DEW beteiligt ist (53% halten die Dortmunder
Stadtwerke). Da sich die RWE vermutlich nicht als Juniorpartner der neuen
Gesellschafter verstehen will, müssten durch Bareinlagen zusätzliche
Gesellschafteranteile erworben werden. Und genau darum geht es:
Die neuen Gelsenwasser-Eigner haben ihre Tochter zwar in den
Bilanzen schön gerechnet und sogar eine
Rendite von 8% ausgewiesen, tatsächlich sind die Stadtwerke in Bochum und Dortmund
jedoch nicht in der Lage, das Wachstum der Gelsenwasser AG zu finanzieren. Auf
der einen Seite sind Rücklagen
aufgebracht, auf der anderen
Seite wurden Gewinne ausgeschüttet - Investitionen fanden deshalb nicht
mehr statt. Wachstum ist aber notwendig, wenn Gelsenwasser nicht zum
Übernahmekandidaten werden soll.
Dass RWE prinzipiell daran interessiert ist, in die
kommunalen Versorgungsunternehmen einzusteigen, hat die - vom Kartellamt mit
geringfügigen Auflagen versehene, ansonsten aber bestätigte - Fusion mit den
Stadtwerken Krefeld und Neuss gezeigt. Das „Handelsblatt" schätzt, dass der
Wert der Transaktion im dreistelligen Millionenbereich liegen dürfte. Ein
Zufluss von Mitteln in adäquater Größenordnung würde den Stadtwerken Bochum und
Dortmund aus der Klemme helfen, in die sie sich mit der Übernahme der
Gelsenwasser AG selbst gebracht haben. Nach Informationen der „WAZ" sollen
erste Entscheidungen schon Mitte 2008 fallen.
Das Bürgerforum Phoenix hat immer wieder davor gewarnt, dass
sich der Konzern Stadt Dortmund über die angestammten Beteiligungen hinaus
engagiert und damit Risiken eingeht, die im Zweifelsfall von den Steuerzahlern
getragen werden müssen. Stattdessen tritt das Bürgerforum für eine
Privatisierung solcher Unternehmen und Beteiligungen ein, die nicht im direkten Zusammenhang mit der
Versorgung der Bürger der Stadt stehen.
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