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Konzern Stadt Dortmund > Konzern Stadt > War der Gelsenwasser-Coup eine Fehlkalkulation?
  Dortmund, 02.11.2007
  War der Gelsenwasser-Coup eine Fehlkalkulation?
  Als die Stadtwerke Dortmund und Bochum Mitte 2003 die Gelsenwasser AG von der E.ON (die zum Verkauf ihrer Tochter durch das Kartellamt gezwungen worden war) für 835 Millionen Euro übernommnen haben, ließen sich die Beteiligten für ihren Coup feiern. Befürchtungen des Bürgerforums Phoenix könnten sich jetzt bestätigen.

Wie die „WAZ" gemeldet hat, soll die Gelsenwasser AG zusammen mit den Stadtwerken Bochum und der Dortmunder Energie und Wasser (DEW), einer Tochter der Dortmunder Stadtwerke (DSW), zu einem neuen Unternehmen fusioniert werden. Offiziell heißt es, solle damit eine vertiefte Zusammenarbeit bei der Ver- und Entsorgung vorangetrieben werden.

Bei einer solchen Fusion käme automatisch der Energieriese RWE mit ins Spiel, der mit 47% an der DEW beteiligt ist (53% halten die Dortmunder Stadtwerke). Da sich die RWE vermutlich nicht als Juniorpartner der neuen Gesellschafter verstehen will, müssten durch Bareinlagen zusätzliche Gesellschafteranteile erworben werden. Und genau darum geht es:

Die neuen Gelsenwasser-Eigner haben ihre Tochter zwar in den Bilanzen schön gerechnet und sogar eine Rendite von 8% ausgewiesen, tatsächlich sind die Stadtwerke in Bochum und Dortmund jedoch nicht in der Lage, das Wachstum der Gelsenwasser AG zu finanzieren. Auf der einen Seite sind Rücklagen aufgebracht, auf der anderen Seite wurden Gewinne ausgeschüttet - Investitionen fanden deshalb nicht mehr statt. Wachstum ist aber notwendig, wenn Gelsenwasser nicht zum Übernahmekandidaten werden soll.

Dass RWE prinzipiell daran interessiert ist, in die kommunalen Versorgungsunternehmen einzusteigen, hat die - vom Kartellamt mit geringfügigen Auflagen versehene, ansonsten aber bestätigte - Fusion mit den Stadtwerken Krefeld und Neuss gezeigt. Das „Handelsblatt" schätzt, dass der Wert der Transaktion im dreistelligen Millionenbereich liegen dürfte. Ein Zufluss von Mitteln in adäquater Größenordnung würde den Stadtwerken Bochum und Dortmund aus der Klemme helfen, in die sie sich mit der Übernahme der Gelsenwasser AG selbst gebracht haben. Nach Informationen der „WAZ" sollen erste Entscheidungen schon Mitte 2008 fallen.

Das Bürgerforum Phoenix hat immer wieder davor gewarnt, dass sich der Konzern Stadt Dortmund über die angestammten Beteiligungen hinaus engagiert und damit Risiken eingeht, die im Zweifelsfall von den Steuerzahlern getragen werden müssen. Stattdessen tritt das Bürgerforum für eine Privatisierung solcher Unternehmen und Beteiligungen ein, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Versorgung der Bürger der Stadt stehen.


19. Mai 2012
Wahre Worte

"Es ist Zeit, dass jemand der Regierung die Kreditkarte entzieht."

Lee Iacocca (*1924), US-amerikan. Manager