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Dortmund Projekte > Phoenix-See > See versinkt in Kosten
  Dortmund, 13.02.2009
  Der See, in dem das Geld versinkt
  Gerhard Langemeyer, am heutigen Tage 65 Jahre alt geworden, wird immer dankbarer dafür werden, dass ihm seine Genossen eine dritte Oberbürgermeister-Kandidatur nicht gestattet haben: Er hätte sonst selbst die Lasten erklären müssen, die er u.a. mit dem Phoenix-See der Stadt Dortmund und ihren Bürgern, den Ratsvertretern und dem neuen Oberbürgermeister, der am 7. Juni 2009 gewählt werden soll, aufgebürdet hat.

Das Bürgerforum Phoenix hat schon in seinem „Weißbuch zur Kommunalwahl 2004" vor den uneinschätzbaren Risiken gewarnt, die mit dem Phantom-Projekt Phoenix-See verbunden sind, und vor allem darauf hingewiesen, dass die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) als Projektentwickler nur bis zu einer Summe von 186 Millionen Euro im Wort stehen. Jeder Cent, der darüber hinausgeht, muss von der Stadt Dortmund, einer der höchstverschuldeten Kommunen in Deutschland, aufgebracht werden.

Immerhin 20 bis 30 Millionen Euro Mehrkosten hat Stadtwerkechef Guntram Pehlke vor dem Rat eingeräumt. Doch dabei wird es nicht bleiben:

  • Die Finanzierungskosten steigen weiter, weil die Fertigstellung nicht mehr im Plan liegt und sich bis in Jahr 2012 hinziehen könnte (zunächst hatte Pehlke mit Blick auf die Entwicklung des Projekts seinem Führungsgespann an der Spitze der See-Gesellschaft, Ludger Schürholz und Ursula Klischan, einen Controller zur Seite gestellt, im März werden sie von dem auf Großbaustellen spezialisierten Heinz Hueppe abgelöst).

  • Die Flutung ist abermals verschoben und soll nun erst im Herbst 2010 beginnen und mindestens bis Ende 2011 dauern; aus Informationen, die dem Bürgerforum Phoenix vorliegen, werden Grundwasser und Hörder Bach aber nicht ausreichen, den angestrebten Wasserspiegel zu erreichen, so dass vermutlich Trinkwasser eingespeist werden muss - was mit einer abermaligen Kostensteigerung und dem unsachgerechten Verbrauch des Nahrungsmittels Trinkwasser verbunden wäre.

  • Die Vermarktung der Seegrundstücke hat noch nicht begonnen, außerdem ist es zweifelhaft, ob es genügend Interessenten für die teuren Flächen gibt. Sollte das nicht der Fall sein, könnte das Finanzierungskonzept endgültig Makulatur werden.

In der Erklärung für die inzwischen eingeräumten Mehrkosten hat Pehlke ausgeführt, dass die Bodenbeschaffenheit trotz mehrerer Gutachten nicht endgültig einzuschätzen gewesen sei. Dem Bürgerforum Phoenix liegen Informationen vor, aus denen eindeutig hervorgehrt, dass Gutachter vor Baubeginn auf die Unwägbarkeiten bei dem Leuchtturmprojekt von Oberbürgermeister Langemeyer hingewiesen haben, dass jedoch alle Warnungen einfach unter den Tisch gekehrt worden sind.

Gregor Beushausen schreibt in diesem Sinne in einem Kommentar für die „Westfälische Rundschau": „Was Dortmund nicht voranbringt, sind Tricksereien und Zahlenspiele. Die Zeche zahlt am Ende die Stadt. Der Steuerbürger." Und zwar den vollen Betrag, der in der Endabrechnung 186 Millionen Euro übersteigt.


6. Februar 2012
Wahre Worte

"Deutlichkeit erspart Längen und kann Gedanken beweisen."

Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), frz. Schriftsteller