| Gerhard Langemeyer, am heutigen Tage 65 Jahre alt geworden, wird immer dankbarer dafür werden, dass ihm seine Genossen eine dritte Oberbürgermeister-Kandidatur nicht gestattet haben: Er hätte sonst selbst die Lasten erklären müssen, die er u.a. mit dem Phoenix-See der Stadt Dortmund und ihren Bürgern, den Ratsvertretern und dem neuen Oberbürgermeister, der am 7. Juni 2009 gewählt werden soll, aufgebürdet hat. Das Bürgerforum Phoenix hat schon in seinem „Weißbuch zur
Kommunalwahl 2004" vor den
uneinschätzbaren Risiken gewarnt, die mit dem Phantom-Projekt
Phoenix-See verbunden sind, und vor allem darauf hingewiesen, dass die
Dortmunder Stadtwerke (DSW21) als Projektentwickler nur bis zu einer Summe von
186 Millionen Euro im Wort stehen. Jeder Cent, der darüber hinausgeht, muss von
der Stadt Dortmund, einer der höchstverschuldeten Kommunen in Deutschland,
aufgebracht werden.
Immerhin 20 bis 30 Millionen Euro Mehrkosten hat
Stadtwerkechef Guntram Pehlke vor dem Rat eingeräumt. Doch dabei wird es nicht
bleiben:
- Die Finanzierungskosten steigen weiter, weil die
Fertigstellung nicht mehr im Plan liegt und sich bis in Jahr 2012 hinziehen könnte (zunächst
hatte Pehlke mit Blick auf die Entwicklung des Projekts seinem Führungsgespann
an der Spitze der See-Gesellschaft, Ludger Schürholz und Ursula Klischan, einen
Controller zur Seite gestellt, im März werden sie von dem auf Großbaustellen
spezialisierten Heinz Hueppe abgelöst).
- Die Flutung ist abermals verschoben und soll nun erst im
Herbst 2010 beginnen und mindestens bis Ende 2011 dauern; aus Informationen,
die dem Bürgerforum Phoenix vorliegen, werden Grundwasser und Hörder Bach aber
nicht ausreichen, den angestrebten Wasserspiegel zu erreichen, so dass
vermutlich Trinkwasser eingespeist werden muss - was mit einer abermaligen
Kostensteigerung und dem unsachgerechten Verbrauch des Nahrungsmittels
Trinkwasser verbunden wäre.
- Die Vermarktung der Seegrundstücke hat noch nicht begonnen,
außerdem ist es zweifelhaft, ob es genügend Interessenten für die teuren
Flächen gibt. Sollte das nicht der Fall sein, könnte das Finanzierungskonzept
endgültig Makulatur werden.
In der Erklärung für die inzwischen eingeräumten Mehrkosten
hat Pehlke ausgeführt, dass die Bodenbeschaffenheit trotz mehrerer Gutachten
nicht endgültig einzuschätzen gewesen sei. Dem Bürgerforum Phoenix liegen
Informationen vor, aus denen eindeutig hervorgehrt, dass Gutachter vor
Baubeginn auf die Unwägbarkeiten bei dem Leuchtturmprojekt von Oberbürgermeister
Langemeyer hingewiesen haben, dass jedoch alle Warnungen einfach unter den
Tisch gekehrt worden sind.
Gregor Beushausen schreibt in diesem Sinne in einem Kommentar für die
„Westfälische Rundschau": „Was Dortmund nicht voranbringt, sind Tricksereien
und Zahlenspiele. Die Zeche zahlt am Ende die Stadt. Der Steuerbürger." Und zwar
den vollen Betrag, der in der Endabrechnung 186 Millionen Euro übersteigt. |